Wie ich Focusing kennenlernte

 

Marcel Hinze, ein Lehrer für indische und westliche Philosophie, drückte mir 1982 ein schlichtes Büchlein ‚Focusing‘, in die Hand: „geh das lernen – dies wird der Ansatz des 21. Jahrhunderts. Da steckt Heidegger, Husserl, die Phänomenologie drin. Das brauchen wir für die Zukunft“. Ich vertraute seinem Wissen und Urteil, besuchte den nächsten Kurs. Damals wurde Focusing erst innerhalb der Gesprächspsychotherapie gelehrt, quasi als Anhängsel der Ausbildung. Nicht verwunderlich, Rogers und Gendlin verband eine langjährige Zusammenarbeit an der Universität Chicago. So nahm mein bis heute ununterbrochenes berufliches Engagement für Focusing seinen Lauf. Jahre später konnte ich an der Focusing Sommerschule ein Treffen zwischen Marcel Hinze und Eugene Gendlin arrangieren: ein Feuerwerk an Diskurs zweier leidenschaftlicher Philosophen.

 

Warum gerade Focusing?

 

Als Prozess überzeugt mich Focusing persönlich wie beruflich. Das Phänomen des ‚felt sense‘ ist einzigartig: am Rand vom Nichtweiterwissen spürend verweilen, und es formt sich ausnahmslos etwas Neues. Dieses Erleben geht immer ‚vorwärts‘, ist körperlich überprüfbar und doch nicht zwingend. Focusing ist effizient und präzise, sanft und heilend. Und wunderbar schnörkellos. Es braucht keine Glaubensrichtung, keine Form, um verbunden sein zu können: mit all den charakterlichen Facetten, mit dem Leben im Umfeld, mit etwas seelisch ‚Grösserem‘. Man kümmert sich eigenständig um die Fragen und Themen, Konflikte und Projekte im Leben. Die Eigenart, die Einzigartigkeit eines Menschen wird gefördert oder bleibt gewährleistet.

 

Wohin mich Focusing noch tragen könnte

 

Die Einzelarbeit mit Focusing in Therapie und Beratung hat in diesen Jahrzehnten nichts an Faszination verloren. Wie verblüffend sind oft die Wendungen und Wege, die aus dem zutiefst erlebten ‚Weissnichtweiter’ heraus entstehen. Ich gebe nach wie vor Einzelsitzungen in Zürich, Luzern und auf der Rigi.

Als Kurs- und Ausbildungsleiterin lehre ich ‚Focusing solo‘ und ‚Focusing plus …..‘ – stets interessiert, Focusing methodisch in ungewöhnliche Zusammenhänge zu stellen, in neue Umfelder einzufügen. Sei es z.B. in der Natur, mit Tieren, in Gemeinschaften. So wechseln meine Projekte, Focusing bleibt dabei zentral. Ich biete kein fixes Programm mehr an, eher kurzfristig geplante Kurse, sowie Gruppen und Ausbildungsmodule auf Anfrage. Ich habe das Pensum reduziert, um erneut ‚vorwärts’ zu spüren. Aktuelle Infos sind unter www.focusingforum.ch zu finden.

 

Neuerscheinung:

Die Schweizer Koordinatorin Eveline Moor Züllig hat ein leicht lesbares Einsteiger-Buch für Focusing Interessierte geschrieben.

 

 

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Wie Sie mit Focusing Ihre Körperintelligenz nutzen

 

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